Auswertung II: Pen and Paper Let´s Plays

Um einen Einblick in die Sehgewohnheiten der ZuschauerInnen von Pen and Paper Let´s Plays zu erhalten, hat #thedw vom 23. bis zum 28.07.2020 eine Umfrage durchgeführt. Schwerpunkt der Umfrage war dabei, was die ZuschauerInnen dazu bewegt, die meist recht langen Let´s Plays bis zum Schluss zu verfolgen. Dies ist der zweite Teil der Auswertung. Den ersten Teil finden Sie hier.

Die Umfrage bestand insgesamt aus den neun Fragen, unterteilt in die vier Blöcke „Bevorzugte Kanäle und Systeme“, „Format und Veröffentlichung“, „Gründe fürs Weiterschauen“ und „Gründe fürs Nicht-Weiterschauen“. Die Blöcke „Bevorzugte Kanäle und Systeme“ und „Format und Veröffentlichung“ wurden im ersten Teil der Auswertung analysiert. Dort erhalten Sie auch allgemeine Informationen zur Umfrage, wie zur Repräsentativität. Ebenfalls dort finden Sie unter 2.1 die hier verwendete Differenzierung in die Zuschauergruppen Entscheider und Stammpublikum.

Die einzelnen Fragen werden in der Auswertung dargestellt, oder können hier in der Umfrage angesehen werden. Die Darstellung erfolgt entlang der Fragenblöcke und der Fragenreihenfolge.

3.     Gründe fürs Weiterschauen

In dem Block „Gründe fürs Weiterschauen“ wurde nach den Sehgewohnheiten und den Gründen fürs Weiterschauen gefragt. Er bestand aus den Fragen:

6. In welcher Form schaust Du Dir Let´s Plays meistens an?

7. Ich schaue mir auch das nächste Video an, weil…

Frage 6 gehört dabei thematisch eher zum vorherigen Block, wurde aber aus Gründen der Übersichtlichkeit in diesem Block platziert.

3.1   Wie schauen sich die Befragten die Let´s Plays an?

In der Frage 6 ging es darum, ob sich die Befragten Let´s Plays eher wie eine Serie kurz nach der Veröffentlichung anschauen, One Shots oder einen Kampagnenabend wie einen Spielfilm am Stück anschauen, oder wie es ihnen gerade passt.

Der überwiegende Teil sind dabei Gelegenheitsschauer (64%), während in etwa gleich auf Let´s Plays wie Serien (17%) oder, etwas bevorzugt, wie Spielfilme (19%) verfolgt werden

3.1.1     Differenzierung nach Zuschauergruppen

An dieser grundsätzlichen Verteilung ändert sich auch bei den Entscheidern und beim Stammpublikum nichts.

Allerdings dominieren bei den Entscheidern die Gelegenheitsschauer mit 77% stärker, als sie es unter allen Befragten tun.

Anders sieht es beim Stammpublikum aus. Hier nimmt die Bedeutung der spezifischen Zuschauformen zu, so dass es sich für den Erhalt des Stammpublikums durchaus lohnt z.B. auf feste Veröffentlichungstage zu setzen.

3.2     Gründe fürs Weiterschauen

In Frage 7 wurden die TeilnehmerInnen nach Ihren Gründen fürs Weiterschauen befragt. Hier konnte unterschiedliche Gründe, wie der Vorschlag des nächsten Videos, die Qualität der Spielleitung, der SpielerInnen und des Abenteuers oder Erfahrungen mit dem System zu sammeln angegeben werden. Insgesamt konnte die Befragten drei Gründe angeben. Unter Sonstiges konnten auch eigene Gründe genannt werden.

Antwortmöglicheiten: 1. Ich fand die Läge des Abenteuers passte gut in meine Zeitplanung. 2. Das nächste Video wurde mir direkt vorgeschlagen. 3. Wenn das nächste Video automatisch läuft, bleibe ich am Ball.  4. Ich wollte mehr Erfahrungen mit dem System sammeln.  5. Die SpielleiterIn hat das Abenteuer gut geleitet. 6. Ich fand die SpielerInnen haben ihre Charaktere gut gespielt. 7. Ich fand das Abenteuer spannend und wollte wissen wie es weitergeht. 8. Sonstige.

Die drei wichtigsten Gründe waren dabei der Spannungsfaktor des Abenteuers (584 Nennungen), Wie gut die Charaktere gespielt wurden (563 Nennungen) und wie gut die Spielleitung das Abenteuer geleitet hat (529 Nennungen). Dies entspricht ähnlichen Kriterien, wie sie auch bei Serien und Filme angewandt werden. Rollenspielspezifisch ist der Punkt Erfahrungen mit dem System sammeln, der mit 156 Nennungen am viert häufigsten genannt wurde.

3.2.1    Differenzierung nach Zuschauergruppen

Die Differenzierung nach Zuschauergruppen liefert auch hier interessante Einblicke. Hierfür wurden die absoluten Zahlen in Prozent umgerechnet.

Während sowohl der Spannungsfaktor des Abenteuers und die Qualität der Spielleitung und Spieler bei den Entscheidern als auch beim Stammpublikum sehr wichtig sind, zeigt diese Übersicht das insbesondere das Stammpublikum hierauf besonderen Wert legt.

Besonders interessant in dieser Übersicht ist der Punkt „Erfahrungen mit dem System sammeln“. Dies ist vor allem für die Entscheider (34,2%) ein Grund ein Let´s Play weiter zu verfolgen. An dieser Stelle lohnt es sich auch noch einen kurzen Blick zurück auf die bevorzugten Systeme zu werfen. Ohne hier auf die konkreten Werte einzugehen, ist diese Zuschauergruppe überdurchschnittlich stark an den kleineren Systemen, wie Splittermond, interessiert (siehe 1.2).

4.    Gründe fürs Nicht-Weiterschauen

Der letzte Block, „Gründe fürs Nicht-Weiterschauen“, greift zum Teil die Themen aus dem vorhereigenen Block auf. Diese wurden aber hier aber in differenzierterer und erweiterter Form in inhaltliche und Spielergründe (Frage 8) und technische und inszenatorische Gründe (Frage 9) erfragt. Es waren jeweils bis zu drei Antworten inklusive der Angabe von sonstigen Gründen möglich.

4.1     Ich habe das Abenteuer aus inhaltlichen Gründen oder auf Grund der SpielerInnen nicht weitergeschaut, weil…

In Frage 8 wurden die TeilnehmerInnen nach ihren inhaltlichen Gründen oder nach Gründen auf Seiten der SpielerInnen fürs Nicht-Weiterschauen befragt.

Antwortmöglichkeiten: 1. Das Format war mir zu sehr Unterhaltung und zu wenig “echtes” Rollenspiel. 2. Ich will das Abenteuer, die Kampagne selber spielen und mich nicht spoilern. 3. Das System hat mir nicht gefallen. 4. Ich fand das Abenteuer langweilig. 5. Die Spielleiterin hat das Abenteuer schlecht geleitet. 6. Die SpielerInnen haben Ihre Charaktere schlecht gespielt. 7. Das Abenteuer, die Kampagne dauerte mir generell zu lang (Longplay). 8. Das Abenteuer dauerte mir generell zu lang (One Shot). 9. Ich wollte sowieso nur einmal kurz reinschauen. 10. Sonstige

Die inhaltliche Abbruchgründe spiegeln in den drei am meisten genannten Punkten dabei die Gründe fürs Weiterschauen wieder. Ein langweiliges Abenteuer (396 Nennungen), Spieler, die Ihre Charaktere schlecht spielen (305 Nennungen), und Spielleiter, die das Abenteuer schlecht leiten (244 Nennungen) dominieren hier.

Neu und ebenfalls recht dominant ist dabei der Grund, dass einem das System nicht gefallen hat (232 Nennungen). Mit „Nicht gespoilert werden wollen“ (100 Nennungen), „Zu sehr Unterhaltung und zu wenig echtes Rollenspiel“ (92 Nennungen) und „Eh nur kurz reinschauen wollen” (87 Nennungen), gibt es unterem Bereich noch drei recht bedeutsame Gründe.

4.1.1     Differenzierung nach Zuschauergruppen

In der Differenzierung nach Zuschauergruppen ist auffallend, dass die Entscheider bei den Punkten Spieler schlecht gespielt und Spielleiter schlecht geleitet deutlich über dem Durchschnitt liegen. Hier haben diese wahrscheinlich die Gelegenheit genutzt ihre Stimme, die sie unter Frage 8 an den Grund „Interesse am System“ vergeben haben, anders zu vergeben.

In Bezug auf die Entscheider ist weiterhin auffallend, dass diese überdurchschnittlich viel Wert auf authentisches Rollenspiel legen (17,2& zu 13,8% bei Antwort 1) und sie die Länge der Videos (Antwort 7 und 8) stärker abschreckt. Ob Ihnen ein System gefällt ist ihnen dabei mit 30,6% weniger wichtig als dem Durchschnitt (34,8%).

Das Stammpublikum liegt bei fast allen Werten rund um den Gesamtdurchschnitt. Einzig gegenüber Spoilern (17,3% zu 15%) und dem Spannungsfaktor des Abenteuers (61,1% zu 59,4%) sind sie etwas stärker empfindlich

4.2    Aus welchen inszenatorischen oder technischen Gründen hast Du Dir das nächste Video nicht angeschaut?

In Frage 9 wurden die Teilnehmer nach den inszenatorischen und technischen Gründen fürs Nicht-Weiterschauen befragt.

Antwortmöglichkeiten: 1. Schlechte Bild und/oder Tonqualität. 2. Es gab in den Informationen zu dem Video keine Links zu den weiteren Teilen. 3. Bei Neuveröffentlichungen wird nicht auf das Release-Datum des nächsten Videos hingewiesen. 4. Bei Neuveröffentlichungen dauert es zu lang, bis das nächste Video hochgeladen wird. 5. Es war schwierig, das nächste Video zu finden. 6. Ich fand die Unterbrechungen nervig. 7. Die Playlist war mir zu lang und zu unübersichtlich. 8. Es gab keine Überleitung zum nächsten Video. 9. Sonstige.

Bei den technischen und inszenatorischen Abbruchgründen ist, wie zu erwarten, das absolute Killerargument eine schlechte Bild- und Tonqualität (342 Nennungen). Weitere wichtige Gründe sind “Nächstes Video nicht gefunden” (158 Nennungen), “Zu großer Abstand zwischen den Veröffentlichungen” (145 Nennungen) und “Keine Verlinkung zu den weiteren Teilen” (95 Nennungen).

Insbesondere die Gründe “Nächstes Video nicht gefunden“, “Keine Verlinkung zu den weiteren Teilen” weisen dabei auf ein Verbesserungspotential auf Seiten der Kanalbetreiber hin. Hier wird den Daten zur Folge zu stark auf Playlists gesetzt, während die einzelnen Teile etwas stiefmütterlich behandelt werden. Hier wird Potential verschenkt Gelegenheitszuschauer in ein Stammpublikum zu verwandeln.

Mit 82 Nennungen ist auch die Länge und Übersichtlichkeit der Playlist ein Element, dass von den Kanalbetreibern stärker beachtet werden sollte.

4.2.1     Differenzierung nach Zuschauergruppen  

Die Differenzierung nach Zuschauergruppen verstärkt noch mal den oben gewonnen Eindruck. Insbesondere um die Gruppe der Entscheider zu überzeugen, ist es wichtig die Auffindbarkeit der nächsten Videos (31,2%) zu erhöhen. Diese scheinen allerdings verstärkt über Playlists (18,2% zu 14,14%), als über Links in den einzelnen Videos (13% zu 16,4%) zu arbeiten. Auch vermissen diese überdurchschnittlich stark eine Überleitung zum nächsten Video (12,3% zu 10%).

Um das Stammpublikum zu halten empfiehlt es sich stärker auf die Ankündigung des Veröffentlichungstermins des nächsten Videos (13,4 % zu 11,6%) zu achten und die bereits erschienen Videos besser zu verlinken (17,3% zu 16,4%).

Zum Fazit der Auswertung: Zuschauergruppen und Empfehlungen an die Kanäle 

 

Bildnachweis:

Bild 1: Peng 2009: Würfel5 (CC BY SA 2.0).

 

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